Update 2026

Angeln im Land der tausend Seen

Brandenburg ist mit über 4.000 Gewässern ein wahres Paradies für Angler. Jedes Jahr zieht es zahlreiche Angelbegeisterte aus nah und fern in die Region. Doch bevor man die Rute ins Wasser hält, gilt es, die Regeln zu kennen. Egal ob mit oder ohne Schein: Das brandenburgische Fischereigesetz schreibt vor, dass jeder Angler alle rechtlichen Bestimmungen (Fischerei-, Tierschutz- und Naturschutzrecht) beachten muss.

Teil 1: Die Regeln im Überblick

Darf ich hier einfach angeln? In Brandenburg sind die Hürden für Einsteiger niedrig, aber die Regeln sind strikt. Hier ist der schnelle Check für deinen Ausflug:

Regelung Details / Voraussetzung Status
Mindestalter Angeln ist generell erlaubt ab 8 Jahren
Friedfischangeln Ohne Prüfung möglich (mit Abgabe & Karte) ✔ Erlaubt
Raubfischangeln Nur mit gültigem Fischereischein ❗ Schein nötig
Fischereiabgabe Abgabepflicht erst ab 14 Jahren Pflicht (ab 14)
Angelkarte Erlaubnisschein für das jeweilige Gewässer Pflicht (immer)

Teil 2: Angeln ohne Angelschein (Friedfisch)

Brandenburg ist eines der wenigen Bundesländer, das Angeln auch ohne die große Prüfung ermöglicht. Wer keinen Fischereischein besitzt, darf ausschließlich auf Friedfische angeln.

  • Voraussetzung: Du besitzt eine Fischereiabgabemarke (sofern 14+ Jahre) und eine Angelkarte für das Gewässer.
  • Ausrüstung: Maximal zwei Handangeln mit Ködern wie Wurm, Maden, Getreide oder Teig.
  • Wichtig: Wenn ein gefangener Fisch nicht eindeutig erkannt wird, muss er zurückgesetzt werden.

Die häufigsten Friedfische in Brandenburg:

Rotfeder, Güster, Karausche, Döbel, Karpfen, Aaland, Hasel, Schleie, Barbe.

Teil 3: Kosten & Dokumente

Wo bekommt man die Papiere und was kostet der Spaß? Die Fischereiabgabe (grüne Marke) gibt es bei unteren Fischereibehörden oder in Angelläden. Angelkarten gibt es zudem online beim Landesanglerverband Brandenburg, in Touristeninfos oder bei Fischereibetrieben.

Kategorie Kosten Gültigkeit / Info
Fischereiabgabe Erw. 12,00 Euro Pro Kalenderjahr
Fischereiabgabe Kinder 2,50 Euro Pflicht erst ab 14 Jahren (Neu 2026)
Tagesangelkarte ca. 13,00 Euro Preise variieren je nach Gewässer
Wochenangelkarte ca. 25,00 Euro Ideal für Urlauber

Teil 4: Raubfischangeln & Schonzeiten

Wer auf Hecht, Zander, Barsch, Forelle, Wels oder Aal aus ist, kommt um den offiziellen Angelschein nicht herum. Raubfische jagen andere Fische und dürfen nur mit speziellen Ködern (z.B. Wirbeltieren, Kunstködern) gefangen werden.

Zusätzlich gelten strikte Schonzeiten, um den Bestand zu schützen. In diesen Zeiträumen ist das Angeln auf die entsprechende Art verboten:

Fischart Schonzeit (Brandenburg) Mindestmaß
Hecht 01.02. – 31.03. 45 cm
Zander 01.04. – 31.05. 45 cm
Rapfen 01.04. – 30.06. 40 cm
Wels (Waller) Keine Keines
Karpfen (Wildform) Keine 35 cm

Teil 5: Dein Rucksack-Check

Hast du alles dabei? Klick die Liste ab, bevor du losfährst!

Häufige Fragen (FAQ)

Darf ich in Brandenburg nachts angeln?
Ja, das Nachtangeln ist in Brandenburg grundsätzlich erlaubt. Es gibt jedoch Gewässer, an denen spezielle Nachtangelkarten erforderlich sind oder das Nachtangeln durch den Pächter eingeschränkt ist.
Was passiert, wenn ich kontrolliert werde?
Bei einer Kontrolle durch Fischereiaufseher oder die Polizei musst du deine gültigen Dokumente (Fischereiabgabemarke, Angelkarte und ggf. Fischereischein) vorzeigen sowie deine Ausrüstung (z.B. Kescher, Maßband, Betäubungsgerät) dabei haben.
Darf ich vom Boot aus angeln?
Das hängt stark vom Gewässer ab. Auf vielen großen Seen (z.B. Müggelsee, Scharmützelsee) ist es erlaubt, oft benötigst du aber eine spezielle Angelkarte mit dem Vermerk "Bootsangeln".

Fazit: Ob Anfänger auf Friedfisch-Pirsch oder Profi auf Raubfisch-Jagd – Brandenburg bietet für jeden die passende Nische. Bitte achte immer darauf, die lokalen Regeln einzuhalten. Petri Heil!