Angeln lernen – Schritt für Schritt
Du willst ans Wasser, weißt aber nicht, wie man anfängt? Hier lernst du alles fürs Friedfischangeln – die perfekte Einstiegsdisziplin: einfache Ausrüstung, viele Bisse, schnelle Erfolge. Los geht's!
🐟 Warum mit Friedfisch starten?
„Friedfische" nennt man die Fische, die sich nicht von anderen Fischen ernähren, sondern von Pflanzen, Würmern, Insektenlarven und kleinen Wassertieren – zum Beispiel Plötze, Rotfeder, Brassen oder Schleie. Genau die sind ideal zum Lernen.
Das spricht für den Einstieg mit Friedfisch
Einfache, günstige Ausrüstung. Eine leichte Rute, eine kleine Rolle, ein paar Posen, Haken und Maden – mehr brauchst du am Anfang nicht.
Viele Bisse, schnelle Erfolge. Friedfische kommen in Schwärmen vor. Statt stundenlang auf den einen Raubfisch zu warten, hast du oft alle paar Minuten Aktion – perfekt, damit es nicht langweilig wird.
Du lernst das Wichtigste. Pose beobachten, den richtigen Moment für den Anhieb erwischen, einen Fisch drillen und schonend abhaken – diese Grundfähigkeiten brauchst du später für jede andere Angelart.
Wichtig von Anfang an: Wir gehen mit den Fischen und der Natur respektvoll um. Was du nicht verwerten willst und was zurückdarf, setzt du vorsichtig und schnell wieder zurück. Mehr dazu weiter unten.
🎒 Grundausrüstung & Technik
Wir starten mit dem Posenangeln – der klassischen Einsteiger-Methode. Die Pose (der Schwimmer) zeigt dir jeden Biss an, du siehst also genau, was unter Wasser passiert.
So funktioniert Posenangeln
Dein Köder hängt an einem Haken unter einer schwimmenden Pose. Kleine Bleischrote ziehen die Pose so weit ins Wasser, dass nur noch die bunte Spitze herausschaut. Knabbert ein Fisch am Köder, taucht die Pose ab, wandert zur Seite oder legt sich flach – das ist dein Signal für den Anhieb: die Rute zügig, aber nicht ruckartig anheben, damit der Haken fasst.
Ausbleien lohnt sich: Je feiner die Pose austariert ist (nur die Spitze schaut raus), desto kleinere und vorsichtigere Bisse erkennst du. Gerade scheue Plötzen zupfen oft nur ganz zart.
Deine Packliste zum Abhaken
Vorfach-Trick: Mach dein Vorfach immer dünner als die Hauptschnur. Bleibst du mal hängen, reißt dann nur das günstige Vorfach – Pose und Hauptschnur bleiben dran, und es landet weniger Schnur im Wasser.
🪱 Köder & Anfüttern
Friedfische sind keine Feinschmecker mit Sterneküche – aber der richtige Köder am richtigen Tag macht den Unterschied. Diese vier solltest du immer dabeihaben.
Die vier Einsteiger-Köder
Maden sind der Allrounder schlechthin – fast jeder Friedfisch beißt darauf. 1–2 Maden auf einen kleinen Haken, fertig.
Würmer (Tauwurm oder kleiner Mist-/Rotwurm) sind der größere Happen und locken kräftigere Fische wie Brassen oder Schleie – ein halber Tauwurm reicht oft.
Mais (Dosenmais) ist süß, gut sichtbar und ein Magnet für Plötze, Schleie und Karpfen.
Brot hast du immer zu Hause: eine kleine Flocke aus der weichen Krume um den Haken gedrückt fängt hervorragend Plötze und Rotfeder.
| Köder | Fängt besonders gut | Hakengröße |
|---|---|---|
| Maden | Plötze, Rotfeder, Güster, kleine Brassen | 14–16 |
| Wurm | Brassen, Schleie, Aland, Barsch | 8–12 |
| Mais | Plötze, Schleie, Karpfen | 10–12 |
| Brot | Plötze, Rotfeder | 12–14 |
Anfüttern – aber richtig
Mit etwas Grundfutter (angefeuchtet, zu kleinen Ballen geformt) lockst du die Fische an deinen Platz und hältst sie dort. Wirf das Futter immer an dieselbe Stelle, an der auch dein Köder liegt.
Anfänger-Faustregel: Lieber zu wenig als zu viel. Starte mit zwei, drei kleinen Ballen und füttere immer mal wieder eine kleine Portion nach. Sind die Fische satt, beißen sie nicht mehr.
🎏 Die wichtigsten Friedfische
An Havel und Oder-Havel-Kanal triffst du vor allem auf diese Arten. Ausführliche Steckbriefe mit Bildern findest du in unserer Kleinen Fischkunde.
Plötze auch Rotauge
Einsteiger- Wo
- überall – der häufigste Friedfisch, lebt in Schwärmen
- Köder
- Made, Brot, Mais
- Methode
- Posenangeln, knapp über Grund
- Tipp
- Bisse sind zart – fein ausbleien und früh anschlagen
Rotfeder Scardinius
Einsteiger- Wo
- krautige, ruhige Uferbereiche
- Köder
- Made, Brot
- Methode
- Pose im Mittelwasser oder knapp unter der Oberfläche
- Tipp
- frisst gern weiter oben – mach die Pose flacher
Brassen auch Blei
Einsteiger+- Wo
- am Grund, oft in großen Schwärmen
- Köder
- Wurm, Made, Mais
- Methode
- am Grund (Pose oder Futterkorb), abends top
- Tipp
- typischer Biss: die Pose legt sich flach hin
Güster kleiner Brassen-Verwandter
Einsteiger- Wo
- am Grund, häufig zusammen mit Brassen
- Köder
- Made, kleiner Wurm
- Methode
- Posenangeln am Grund
- Tipp
- bleibt kleiner als der Brassen – feiner Haken reicht
Schleie Tinca
Aufstieg- Wo
- krautige, flache Ufer; gern in der Dämmerung
- Köder
- Wurm, Mais, Made
- Methode
- am Grund, früh morgens oder abends
- Tipp
- kämpft stark – ein toller „Belohnungsfisch"
Karpfen Cyprinus carpio
Fortgeschritten- Wo
- tiefere Stellen, Krautkanten, Seerosen
- Köder
- Mais, Teig, Boilie
- Methode
- am Grund – braucht kräftigeres Gerät
- Tipp
- stark! Schnur und Rute eine Nummer größer wählen
🪢 Die wichtigsten Knoten
Drei Knoten reichen für den Anfang völlig. Wichtig bei allen: vor dem Festziehen die Schnur anfeuchten (kurz in den Mund oder ins Wasser) – sonst erhitzt die Reibung die Schnur und sie wird brüchig. Tippe auf einen Knoten, um die Anleitung zu öffnen.
Verbesserter Clinch-Knoten · Haken/Wirbel anbinden
- Schnur durch das Hakenöhr fädeln, etwa 15 cm Überstand lassen.
- Das freie Ende 5–7 Mal um die Hauptschnur wickeln.
- Das Ende zurück durch die kleine Schlaufe direkt über dem Öhr stecken …
- … und anschließend durch die große Schlaufe führen, die dabei entsteht.
- Anfeuchten, gleichmäßig festziehen, Überstand auf ca. 2 mm kürzen.
Palomar-Knoten · sehr stark & einfach
- Schnur doppeln und die Schlaufe durch das Hakenöhr führen.
- Mit der doppelten Schnur einen einfachen Überhandknoten machen – der Haken hängt locker in der Schlaufe.
- Die Schlaufe komplett über den Haken stülpen.
- Anfeuchten, an beiden Schenkeln festziehen, Überstand kürzen.
Schlaufenknoten · Vorfach blitzschnell wechseln
- Am Ende der Schnur eine Schlaufe legen.
- Das Ende einmal um die Schlaufe wickeln, sodass eine zweite kleine Schlaufe entsteht.
- Die erste Schlaufe durch die zweite ziehen.
- Anfeuchten, festziehen – fertig ist eine feste Endschlaufe.
So kannst du fertige Vorfächer mit Schlaufe in Sekunden tauschen (Schlaufe-in-Schlaufe): die Vorfachschlaufe durch die Hauptschnur-Schlaufe stecken und den Haken durchziehen.
Übungstipp: Knoten lernt man am besten zu Hause auf dem Sofa mit dickerer Paketschnur – da sieht man jeden Schritt. Am Wasser geht es dann fast von allein.
☀️ Dein erster Angeltag
So läuft ein typischer Tag am Wasser ab – vom Packen bis zum Aufräumen.
- VorbereitenPapiere bereitlegen (Schein + Erlaubnisschein), Köder besorgen und kurz auf unseren Angelwetter-Live-Block schauen – Pegel und Wetter helfen bei der Planung.
- Platz wählenSuch dir ein ruhiges Ufer mit festem Stand, gern an einer Krautkante oder neben einem Steg. Sicherheit geht vor – nah am tiefen Wasser nur mit erwachsener Begleitung.
- Aufbauen & auslotenRute montieren, die Tiefe so einstellen, dass der Köder knapp über oder auf dem Grund liegt, und ein paar kleine Futterballen einwerfen.
- AngelnKöder anbieten, die Pose im Auge behalten, geduldig bleiben. Taucht sie ab oder legt sich flach: ruhiger, zügiger Anhieb.
- Fisch versorgenMit dem Kescher landen, Hände nass machen, den Haken vorsichtig lösen. Maß und Schonzeit prüfen – dann schonend zurücksetzen oder waidgerecht entnehmen.
- AufräumenKeine Schnurreste, Haken oder Verpackungen am Wasser lassen – die sind für Tiere lebensgefährlich. Verlass den Platz sauberer, als du ihn vorgefunden hast.
Sicherheit: Beim Auswerfen immer nach hinten schauen (Haken!). Bei Gewitter sofort einpacken – eine Kohlefaserrute leitet Strom. Und denk an Sonnenschutz und genug zu trinken.
📋 Schein, Regeln & Tierschutz
Angeln ist in Brandenburg an Regeln gebunden – die schützen Fische, Natur und dich selbst. Das Wichtigste in Kürze:
Brauchst du einen Schein?
Grundsätzlich brauchst du in Brandenburg einen Fischereischein und zusätzlich einen Erlaubnisschein (Angelkarte) für das jeweilige Gewässer. Für Kinder und Jugendliche gibt es den Jugendfischereischein; je nach Alter darfst du nur in Begleitung einer erwachsenen Person mit Fischereischein angeln.
Gute Nachricht: Unter 14 Jahren angelst du beitragsfrei. Welche Altersgrenzen genau gelten und welcher Schein für dich nötig ist, steht aktuell und ausführlich in unserem Brandenburg-Guide.
Schonzeiten & Mindestmaße
Viele Fische dürfen nur in bestimmten Größen entnommen werden und haben Schonzeiten, in denen sie gar nicht entnommen werden dürfen (z. B. zur Laichzeit). Diese Werte ändern sich von Zeit zu Zeit – die aktuelle Übersicht findest du in unserem Brandenburg-Guide und in der Landesfischereiordnung. Im Zweifel gilt: lieber zurücksetzen.
Waidgerecht heißt respektvoll
Wir entnehmen nur Fische, die wir auch verwerten – und behandeln jeden Fang mit Respekt: nasse Hände, vorsichtiges Abhaken, kurze Zeit an Land. Fische, die du nicht mitnimmst, setzt du schnell und schonend zurück. Wie man einen Fisch, den man entnimmt, richtig und tierschutzgerecht versorgt, zeigen dir unsere erfahrenen Mitglieder und Jugendwarte am Wasser – frag einfach.
👋 Mach mit in der Jugendgruppe!
Angeln macht in Gemeinschaft am meisten Spaß. In unserer Jugendgruppe lernst du von erfahrenen Anglern, bist mit Gleichaltrigen am Wasser und bist bei Gemeinschaftsangeln, Casting und Aktionen dabei. Du brauchst keine eigene Ausrüstung mitzubringen – komm einfach zum Schnuppern vorbei.
📅 Feste Treffzeiten gibt es – am besten sprichst du dazu direkt unsere Jugendwarte an. Die laufenden Termine werden außerdem in unserer WhatsApp-Gruppe abgesprochen und bekanntgegeben. Dort wirst du über die Jugendwarte aufgenommen.
Hinweis für den Verein: Sobald die Namen/Kontakte der Jugendwarte und der WhatsApp-Einladungslink feststehen, hier eintragen. Die festen Treffzeiten lassen sich später aus dem Termin-System (Kategorie „Jugend") automatisch einblenden.
